Project Description

Friedenssaal

Das historische Rathaus Münster liegt inmitten des von wunderschönen Giebelhäusern gesäumten Prinzipalmarkts. Als berühmtester und ältester Raum des gotischen Bauwerks gilt der geschichtsträchtige Friedenssaal. Der Friedenssaal diente ursprünglich als Ratskammer, die im Jahr 1250 erstmals als Versammlungsort der Rechtsprechung Verwendung fand.

Seinen heutigen Namen verdankt der kunstvolle Raum einem ganz besonderen Ereignis: Im Rahmen der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden vergruben Spanien und die Niederlande hier am 15. Mai 1648 nach 80 Jahren Blutvergießen offiziell ihr Kriegsbeil. Außerdem besiegelten Vertreter des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand III., Frankreichs, Schwedens sowie 15 auserwählte Reichsfürsten und -städte Münsters am 24. Oktober 1648 das Ende des Dreißigjährigen Krieges.

Die fünf Jahre währenden Verhandlungen fanden zeitgleich in Münster und in Osnabrück statt. 2015 erklärte die europäische Kommission die Rathäuser beider Städte zum Europäischen Kulturerbe.

Noch heute verleiht die Stadt Münster alle zwei Jahre den Westfälischen Friedenspreis und gedenkt so an das Ende des Dreißigjährigen Krieges.

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AUF EINEN BLICK:

Adresse:
Prinzipalmarkt 10
48143 Münster

Öffnungszeiten:
Di – Fr 10 – 17 Uhr
Sa – So und Feiertage 10 – 16 Uhr

Anfahrt ÖPNV:
Linie 1, Linie 9

Um die Ecke

Prinzipalmarkt
St.-Paulus-Dom
St. Lamberti-Kirche
LWL-Museum für Kunst und Kultur
Stadtmuseum
Westfälischer Kunstverein
Kunstmuseum Pablo Picasso

Links

Die kunstvolle Innenausstattung des Friedenssaals

Ein Besuch des Friedenssaals lohnt sich allein wegen der sagenhaften Innenausstattung. Mit weiser Voraussicht lagerte die Stadt Münster während des zweiten Weltkriegs einen Großteil der Ausstattung in das Schloss Wöbbel im Kreis Lippe aus. Rund 90 Prozent der Altstadt fiel damals den Bomben zum Opfer. 1948 bauten die Münsteraner ihren Friedenssaal originalgetreu wieder auf.

Die Renaissance-Vertäfelung

Beim Betreten des rund 150 m² großen Friedenssaal fällt Ihnen als erstes die prächtige Holzvertäfelung aus dem Jahr 1577 auf. Hermann tom Ring – ein bedeutender westfälischer Künstler des 16. Jahrhunderts – entwarf dieses beeindruckende Meisterwerk im Stil der Renaissance. Mit der Zeit ergänzten weitere Vertäfelungen den ursprünglichen Entwurf. Heute füllen sie den gesamten Friedenssaal aus.

Wenn Sie Ihren Blick die Wände entlangschweifen lassen, entdecken Sie viele eindrucksvolle Schnitzereien – oftmals mit religiöser Bedeutung: So zeigen beispielsweise die Vertäfelungen oberhalb der geschnitzten Ratsbänke an der Westwand Jesus Christus, die zwölf Apostel und Paulus, den Namenspatron des berühmten St.-Paulus-Doms in Münster.

Ebenso reichlich verziert ist die dominante Schrankwand im Norden des Saals mit ihren 22 Fächern. Bei sieben davon stoßen Sie auf typische menschliche Laster, wie zum Beispiel einen trinkenden taumelnden Mann, der die Trunksucht verkörpert.

Der Richtertisch und die Bürgermeisterbank vor der Schrankwand erinnern an die Zeit ab 1250, als der Friedenssaal noch als Versammlungsort der Rechtsprechung diente. Einen weiteren Hinweis auf den damaligen Zweck des Saals gibt Ihnen die original erhaltene Gerichtsschranke. Sie trennte damals die Richter und Beisitzer von den Gerichtsparteien und Zuschauern.

Foto: Presseamt Münster/MünsterView

Die Portrait-Galerie zu den Friedensverhandlungen

Die West- sowie die Südwand schmücken 37 Portraits der wichtig dreinblickenden Herrscher und Abgesandten, die in Münster über das Ende des Dreißigjährigen Krieges verhandelten – darunter auch Kaiser Ferdinand III. sowie der französische Sonnenkönig Ludwig XIV.

1649, ein Jahr nach der Vertragsunterzeichnung kaufte der Rat die Bildnisse an. Doch erst 1998, während der Restaurierungsarbeiten zum 350-jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens, wurden Ziffern auf den Bildern entdeckt, die vermutlich die ursprünglich vorgesehene Reihenfolge angeben. Aus diesem Grund hängen die Bilder heute in ihrer korrigierten Reihenfolge.

Der prunkvolle Kamin

An der Südwand des Friedenssaals springt Ihnen sofort der reichlich verzierte Kamin mit großem Giebel ins Auge. Die gusseiserne Ofenplatte zeigt drei Tauben mit einem Ölzweig im Schnabel und erinnert damit an die Besiegelung des Westfälischen Friedens. Außerdem schmückt eine lateinische Inschrift mit den Worten „Anno 1648. Pax optima rerum, 24. Oct“ die Platte, die ins Deutsche übersetzt so viel bedeutet wie: „Der Friede ist das höchste Gut, 24. Oktober 1648.“

Bei diesem Kamin handelt es sich nicht um das Original von 1577, da dieser den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fiel.

Direkt vor dem Kamin steht stolz der Goldene Hahn – der Ehrenpokal der Stadt Münster. Wichtige Gäste, wie Angela Merkel, Vitali Klitschko, Günter Grass oder der Dalai-Lama haben sich bereits einen ordentlichen Schluck Wein aus dem Pokal genehmigt.

Auf den Spuren des Friedens

Führungen

Sie wollen mehr über die Geschichte des Saals und den Westfälischen Frieden erfahren? Dann nutzen Sie die CD-Führung (ca. 15 Minuten) oder nehmen Sie an einer Stadtführung von Stadtlupe Münster e.V., StattReisen Münster e.V. und K3 Stadtführungen Münster teil. Größere Gruppen ab 10 Personen melden Sie bitte vorher unter +49 0251 492-2724 an.

Mit der münstercard erhalten Sie gratis Eintritt in den geschichtsträchtigen Saal. Die weiteren Ticketpreise finden Sie online.

Kleine Hinweise auf den Friedensschluss

Einige Kanaldeckel in Münster zeigen eine Friedenstaube als Symbol des Westfälischen Friedens.

Wenn Sie aufmerksam sind, zeigen sich Ihnen in der ganzen Stadt kleine Hinweise auf den Abschluss des Westfälischen Friedens.

Richten Sie Ihren Blick bei Ihrem Spaziergang durch Münsters Straßen doch mal nach unten: Auf einigen Kanaldeckeln entdecken Sie das Logo mit der Taube zum 350. Jubiläum des Westfälischen Friedens.

Auch im Rathaus-Innenhof erinnern Bodenplatten an die Geburtsstunde der unabhängigen Niederlande.

Außerdem brachte der Münsteraner Adolf Knüppel an den ehemaligen Gesandtenquartieren kleine Hinweistafeln mit dem Friedenslogo und dem Namenszug an. Suchen Sie zum Beispiel am Domplatz oder gegenüber der Clemenskirche an einer Karstadt-Säule danach.

Zum 350. Jubiläum pflanzte im Jahr 1998 sogar der Dalai-Lama höchstpersönlich eine Kastanie als Friedensbaum an der ehemals britischen Kaserne in Loddenheide. Heute bildet der Baum das Zentrum des dortigen Friedensparks.

Friedensroute

Der Friedenssaal bildet einen der Ausgangspunkte für die Friedensroute zwischen Münster und Osnabrück. Diesen Weg nahmen die Friedensreiter während der fünfjährigen Verhandlungen bist zum Westfälischen Frieden auf sich, um zwischen den beiden Städten zu vermitteln.

Wo die Gesandten damals per Pferd unterwegs waren, fahren Sie heute ganz bequem mit dem Fahrrad. Die ausgeschilderte Strecke von 175 km verbindet die beiden historischen Rathäuser in Münster und Osnabrück. Dazwischen liegt die abwechslungsreiche Landschaft des Tecklenburger Landes und des Münsterlands.

Der Tourenplaner Münsterland bietet Ihnen übrigens die Möglichkeit, Ihre Route individuell anzupassen.

Wo ist der Friedenssaal?

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